Slam Poetry

Worterklärung „Poetry“

Poesie

Bezeichnung für sprachliche Gebilde, die ästhetische Wirkungen anstreben oder auslösen und Bild- und Klanghaftigkeit des Wortes verdeutlichen.

Als Poesie bezeichnet man die Kunst Gedichte zu schreiben. Es ist ein Textbereich bestehend aus verschiedenen Literaturgattungen, wobei sich Lyrik hauptsächlich durchgesetzt und verbreitet hat. Viele Menschen verbinden mit dem Begriff Poesie Lyrik, währendEpik bzw. Dramatik im Laufe der Jahre verdrängt wurden.

Poetisch

Das Adjektiv zu „Poesie“ ist „poetisch“. Ein Synonym für dieses Wort ist „dichterisch“. Es gilt die Gefühle des Textes während des Vortrages stimmungsvoll und emotional zu übermitteln und zu verdeutlichen.

Warum die Bezeichnung „in Szene gesetzte Poesie“?

„Slam Poetry ist ein poetischer Stil, der für die Live-Performance vor Publikum in einer Wettkampfarena entwickelt wurde.“

(Marc Smith: The Complete Idiot’s Guide to Slam Poetry, S. 3)

Als „in Szene gesetzte Poesie“ bezeichnet man die Verknüpfung von Schreib- und Vortragskunst je nach Stimmung, Emotion und Gefühl des Textes.

Gattungen

„Slam Poetry ist nur vage den traditionellen Gattungen zuzuordnen, sie enthält vielmehr innerhalb von Einzeltexten bzw. im Genre allgemein eine Verbindung prosaischer, lyrischer und dramatischer Formen.“

(Anders, Petra (Hrsg.) (2008): Slam Poetry. Texte und Materialien für den Unterricht. Reclam, Nr. 15060)

Merkmale

Aktualität: Slam Poetry Texte nehmen Stellung zum aktuellen Tagesgeschehen. Die Poeten versuchen meist ihre Texte durch die Nähe zum menschlichen Leben und den zeitnahen Gedanken nachvollziehbar und interessant zu gestalten.

Vortragsweise: Erst durch den Vortrag werden die Texte des Poetry Slams interessant. Der Klang der Texte ist hierbei von großer Bedeutung. Mit den verschiedenen Vortragsweisen wie Schreien, Flüstern, Jammern usw. versuchen die Poeten ihr Publikum mitzureißen und einzubeziehen. Ein Ziel der Slamer ist es eine Reaktion ihrer Zuhörer auszulösen und sie zum Nachdenken inspirieren.

Wörterrepertoire: Trotz der Alltagstexte verwenden die Poeten keine Alltagsbegriffe. Sie greifen eher zu verfremdeten Wörtern und bauen Begriffe anderer Texte bewusst und unbewusst in ihren eigenen ein.

Kürze: Ein Slam-Text besteht höchstens aus 600 Wörtern (1,5 auf Computer geschriebene Seiten).

Rhetorische Stilmittel

Natürlich bedient sich jeder Slamer wie er will aus der Fülle der rhetorischen Stilmittel. Trotzdem gibt es bestimmte sprachliche Besonderheiten, die in vielen Slam Poetry – Texten vorkommen.

  • Mehrfachreim (du bist scheiß dumm und du weißt drum)
  • Binnenreim (du bist unermesslich hässlich)
  • Wiederholung
  • Alliteration (auch mit 2 Buchstaben)
  • Chiasmus (Kreuzstruktur) (Ich achte die Achtung, Ich ächte die Ächtung)
  • Gleichklang  (für den ultimativen Multivitamin Kick)
  • Konsonantenreihe
  • Vokalwechsel (es ist flippig, dann nur noch floppig und dann, flupp, weg)
  • Vokalreihen
  • Doppeldeutigkeiten
  • Parallelismus
  • Schüttelreime (Es klapperten die Klapperschlangen, bis ihre Klappern schlapper klangen)
  • Neologismus

Besonders gut zu hören sind die Stilmittel in folgenden Slam Poetry – Texten:

–  Julian Heun, „Eis essen“ z.B. auf

http://www.youtube.com/watch?v=jDUIRYq–bk

–  Nadja Schlüter, „Das Mädchen mit der Waschmaschine oder der Junge mit dem Mädchen ohne Waschmaschine“    z.B. auf

http://www.youtube.com/watch?v=mDPCqO9rQmQ

–  Alexander Willrich, „Ein ganz besonderer Bruder“ z.B. auf

http://www.youtube.com/watch?v=AqzzO55zHtM

Quellen

Literatur

Anders, Petra (Hrsg.) (2008): Slam Poetry. Texte und Materialien für den Unterricht. Reclam, Nr. 15060

Duden. Die deutsch Rechtschreibung. (2009) 24. Auflage

Duden. Fremdwörterlexikon. 5. Auflage

Braak, Ivo (1974): Poetik in Stichworten. Hirt 5. Auflage

Internet

www.epoet.de/spokenwordberlin/reviews/petra_was_ist_poetry_slam.htm; http://literatten.net/ob/slam.php; www.wikipedia.org/wiki/Poetry_Slam;  www.poetryslam.com; www.mahalo.com/slam-poetry; http://www.youtube.com/

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